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Podcast Nachbearbeitung – so verbesserst du deine Episoden

Podcast Nachbearbeitung

Inhalt

Egal wie du deinen Podcast aufnimmst, welche Software du verwendest und welches Equipment du benutzt, am Ende erhältst du eine Audiodatei. Dieses Rohmaterial gilt es nun so aufzubereiten, dass dein Podcast für deine Hörer optimal klingt und sie ihn gerne hören. Bis zur fertigen Datei, die du auf deinen Hoster hochladen kannst, sind es noch einige Schritte in der Nachbearbeitung, die du nicht auslassen solltest. Mit einer geeigneten Software hast du einige Möglichkeiten zur Optimierung, so dass Musik, Stimme und Klang optimal eingestellt sind. 

 

Warum überhaupt einen Podcast nach der Aufnahme bearbeiten?

Geht es dir auch so, dass du manchen Podcastern total gerne zuhörst, anderen jedoch so gar nicht? Viele Faktoren beeinflussen unser Hörerlebnis und bestimmen somit, ob wir den angebotenen Audio-Content konsumieren wollen oder wieder abschalten. Deshalb ist die Bearbeitung deiner Podcast-Aufnahme so wichtig. Deine Zuhörer sollen ein optimales Hörerlebnis verspüren und treue Abonnenten bleiben. Nichts schlimmer als dass deine Zuhörer zwar deinen Inhalt toll fänden, aber von der Qualität verschreckt werden. Da kannst du noch so viel Marketing für deinen Podcast betreiben, im Endeffekt zählt neben Inhalt auch die Qualität.

Du solltest daher auf folgende Punkte achten, bevor du deine Episoden in die Welt lässt:

 

▫ Hintergrundgeräusche

Rascheln, Rauschen, Husten, Mausgeklicke, Ohrringe-Geklapper, Straßenlärm, Hundegebelle.. Diese Nebengeräusche können sehr störend sein oder die Zuhörer ablenken und gehören daher nicht in einen Podcast. Es kommt natürlich immer darauf an – wenn es dein Ding ist, während dem Waldspaziergang aufzunehmen, gehören Umgebungsgeräusche dazu. War dein Podcast bisher immer ruhig oder handelt es sich sogar um Entspannungs-/Meditationsübungen, würde ich alles Störende versuchen herauszuschneiden oder herauszufiltern.

Mein Tipp: Achte auf Einzelspuren je Sprecher, so können Nebengeräusche wie zum Beispiel Husten deines Interviewpartners, während du gerade sprichst, leichter herausgeschnitten werden. 

Zweiter Tipp: Es hat gerade an der Tür geläutet während du gesprochen hast? Mach eine kurze Pause und beginne den Satz von neuem, wenn es wieder leise ist. Mit deinem Schnittprogramm entfernst du später die betreffende Stelle.

 

▫ Lautstärke

Deine Hörer erwarten eine gleichbleibende, angenehme Lautstärke, immerhin möchte niemand andauernd selber lauter oder leiser stellen. Intro und Outro Musik sollen in angemessenem Verhältnis zum Gesprochenem stehen. Unterschiedliche Sprecher sollten circa gleich laut sprechen. Generell sollte die Lautstärke hoch genug sein, um auch in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Sport oder beim Kochen noch gut verstehen zu können. 

 

Sprechpausen

Sprechpausen können gewollt und angenehm sein, immerhin sollen dir die Zuhörer folgen können und auch Zeit bekommen, das Gehörte zu verarbeiten oder kurz darüber nachzudenken. Bewusst eingesetzt sind die demnach völlig in Ordnung. Ich würde jedoch empfehlen unnatürlich Pausen zu kürzen. Unangenehm finde ich es dann, wenn man sich fragen könnte “was ist jetzt los? ist er noch da?”. Zu lange Pausen können deine Hörer langweilen und machen die Episoden unnötig lange. 

 

Füllwörter

Wer kennt sie nicht, die ähms, puhs, hmms und was es alles gibt. Zu oft enthalten können sie schnell stören. Du musst nicht jedes ähm rausschneiden, das ist natürlich auch Geschmackssache und kommt auf den Kontext an. Bei lockeren Interviewgesprächen werden deine Hörer vermutlich gnädiger sein als bei Meditationen oder Nachrichtensendungen. 

 

Neues Ansetzen

Du hast den Faden verloren oder dich versprochen? Ich empfehle eine kleine Pause zu machen, ins Mikrofon zu schnippen (so findest du die Stelle schnell wieder in der Nachbearbeitung) und den ganzen Satz neu anzufangen. Kleine Versprecher passieren immer wieder mal und können auch auflockernd oder erheiternd wirken. Wie schon erwähnt – es kommt immer auf deine Zielgruppe, dein Ziel und deine eigenen Erwartungen an. 

 

Laute Atmer

Atmen ist natürlich und gehört dazu, ganz klar. Dennoch entstehen öfter mal sehr laute Atemgeräusche, beispielsweise wenn nach einer Sprechpause wieder neu angesetzt wird oder wenn einem durch die Aufregung quasi zuvor die Luft weggeblieben ist. Auffällige Atemgeräusche dürfen daher ruhig in der Postproduktion abgesenkt werden.

 

Schmatzen

Schmatzen ist für mich persönlich quasi der Super-Gau. Da kann der Inhalt noch so ansprechend sein, Schmatzgeräusche sind nervend. Deine Zuhörer verzeihen sicherlich ein paar Ausreißer, aber auch hier gibt es Grenzen.

 

Buch mit Headset und Mikrofon

 

Wie du deinen Podcast nach der Aufnahme verbesserst

Nach der Aufnahme ist die Audiodatei bereit für die Postproduktion. Du kannst die Tonspur nun von Anfang an nochmal durchhören, oder hast dir bereits während der Aufnahme Editiermarken gesetzt, um entsprechende Stellen schneller zu finden. Hast du während der Aufnahme längere Pausen gelassen oder ins Mikrofon geschnippt, wirst du anhand der Ausschläge in der Tonspur die entsprechenden Stellen schnell ausfindig machen. Ich erhalte die Tonspuren von meinen KundInnen meist ohne Information, an welchen Stellen ich nachbearbeiten soll. Ich höre dann die Folge mit 1,5 facher Geschwindigkeit zwecks Zeitersparnis durch. 

 

Der Podcast Schnitt

Der perfekte Schnitt deines Podcasts ist der, den man nicht hört. Achte gerade beim Neu-Ansetzen darauf, den gesamten Satz oder sogar Absatz zu wiederholen, ansonsten kann es sich unnatürlich anhören. Das wichtigste beim Podcasting ist die Authentizität, du musst daher nicht jeden Versprecher, jedes Räuspern oder Ähm herausschneiden.

 

Qualitätsverbesserung

Nach dem Schneiden des Podcasts solltest du die Qualität prüfen und gegebenenfalls den Klang oder die Stimme verbessern. Hintergrundgeräusche, zu hohe Tonspitzen oder zu viel Bass in der Stimme lassen sich durch Einstellungen in deinem Schnittprogramm bereinigen. Du kannst deiner Stimme anhand des Equalizers mehr Präsenz geben und gegebenenfalls die Verständlichkeit erhöhen. 

Sind die Ausschläge deiner Tonspur gering, kannst du sie durch Normalisieren anheben. Die Lautstärke wird so angehoben, ohne das Audiosignal zu verzerren. Durch den Einsatz des Noisegate kannst du leise Töne verringern (Atmen, Rauschen), während die hohen Anteile unberührt bleiben. In der Schnitt Software Ultraschall/Reaper (diese verwende ich) findest du diese Einstellung unter dem Effekt Ultraschall Dynamics. Eine gute Erklärung dazu findest du hier.

 

Jede Einstellung ist ein Eingriff in die Tonspur, setze die Effekte dementsprechend zurückhaltend ein, manchmal ist weniger mehr. 

 

Intro und Outro Text und Musik anfügen

In der Podcast Nachbearbeitung kannst du ebenfalls Intro und/oder Outro Musik anfügen sowie eingesprochene einleitende oder verabschiedende Worte an die richtigen Stellen verschieben. Manche Podcaster sprechen ihr Intro jedes Mal extra ein, begrüßen ihre Zuhörer und teilen kurz mit, worum es in dieser Episode gehen wird. Beispielsweise kannst du dieses Intro ganz an den Anfang deiner Folge setzen und danach deine Intro Musik laufen lassen. Oder du spielst kurz deine Musik ein und legst dann den Intro-Text darüber, während die Musik leise im Hintergrund weiterspielt. Hier gibt es einige Möglichkeiten. Egal wie du dich entscheidest, achte auf einen sanften Übergang der Musik. Niemand möchte durch plötzlich laut einsetzende Musik erschrocken oder durch plötzlich verstummende Musik irritiert werden. Ein sanftes Einblenden bzw. Ausblenden (Fade) bereitet deine Zuhörer auf einsetzende oder endende Musik vor. 

 

Formatanpassung

Nachdem du deine Episode geschnitten, deine Stimme verbessert und auf einen optimalen Klang optimiert hast, kannst du deine Audiodatei in das entsprechende Format exportieren. Hier empfiehlt sich die Umwandlung in eine MP3 Datei, da die meisten Hoster und Podcast Plattformen dieses Format am besten auslesen können. 

 

Du möchtest am liebsten nur deinen Podcast einsprechen, ohne dich um die Nachbearbeitung und Technik kümmern zu müssen? Ich erledige gerne Schnitt und Optimierung deiner Podcast Episoden, so dass du nur mehr auf “aufnehmen” drücken musst.
Für ein unverbindliches Gespräch anfragen

 

Optimale Vorbereitung auf deine Podcast Aufnahme erspart dir viel Zeit 

Am effizientesten für deine Postproduktion und deinen ganzen Podcast Workflow ist es, wenn du so wenig wie möglich nachbearbeiten musst. Achte daher schon vor Beginn deiner Aufnahme auf die Reduktion von Störfaktoren.

– Schaffe dir eine passende (leise) Umgebung ohne Hall
– Verzichte auf klappernde Ohrringe, Mausklicken und Herumrutschen am Stuhl
– Achte auf Qualität beim Equipment (spare lieber nicht beim Mikrofon!)
– Achte auf einen gleichbleibenden Abstand zum Mikrofon
– Bereite dich auf deinen Podcast vor, mach dir Notizen und lege dir einen roten Faden zurecht
– Achte auf Füllwörter wie ähm
– Stelle ausreichend Wasser bereit
– Instruiere deinen Interviewpartner ebenfalls über Reduktion von Störfaktoren
– Achte auf eine stabile Internetverbindung
– Höre dir auch deine Folgen selber nochmal an und notiere dir, was du noch besser machen kannst

 

Schreibblock mit Titel "New Podcast Episode"

 

Software die du für das Schneiden und Bearbeiten verwenden kannst

Es gibt verschiedene Aufnahme- und Schnittprogramme, teilweise auch kostenlos. Die Auswahl richtet sich nach deinem Betriebssystem, deinen Anforderungen und deinem Budget.

 

Ultraschall (Reaper)

Ich arbeite mit dem Programm Ultraschall, dabei handelt es sich um ein Open-Source-Projekt, welches die kommerzielle Musiksoftware Reaper erweitert. Es wurde speziell für Podcasting entwickelt und hat ein ansprechendes Design. Du kannst es dir kostenlos downloaden, benötigst aber eine einmalige Lizenz von Reaper (60 Dollar). Das tolle ist, dass du zunächst für 60 Tage das Programm komplett kostenfrei testen kannst.

 

Audacity

Audacity ist ein beliebtes und häufig verwendetes Aufnahme- und Schneideprogramm. Es ist kostenlos und relativ simpel zu bedienen und für einige Betriebssysteme geeignet. Die Benutzeroberfläche wirkt jedoch recht alt und unsortiert. Dafür gibt es bereits zahlreiche Tutorials zu Audacity zu finden.

 

Garageband

Garageband wurde von Apple entwickelt und ist kostenlos. Die Benutzeroberfläche ist schick und insgesamt handelt es sich um eine zu empfehlende Software für Anfänger und Fortgeschrittene.

 

Auphonic

Auphonic ist eine beliebte Online Software, um nach erfolgtem Schnitt den Klang zu optimieren. Rauschen und manche Störgeräusche werden entfernt und die Lautstärken auf ein einheitliches Level gehoben bzw. gesenkt. Mit Auphonic selbst kannst du keinen Schnitt vornehmen. Pro Monat kannst du zwie Stunden Audiomaterial kostenlos bearbeiten lassen. Beim Hoster Podigee ist eine automatische Optimierung mit Auphonic übrigens bereits angebunden, ab dem teuersten Paket kann man zusätzlich bestimmte Konfigurationen überschreiben wie Leveler, Filter, Lautstärke-Normalisierung oder Geräusch- und Brumm-Unterdrückung.

 

Fazit

So authentisch dein Podcast auch bleiben soll, bestimmte Bearbeitungen solltest du nach der Aufnahme vornehmen, damit die Qualität stimmt und dir deine Hörer gerne zuhören. Je nach Ziel, Zielgruppe und deinem eigenen Geschmack kannst du den Schnitt und die Tonoptimierung mehr oder weniger aufwendig gestalten. Bestenfalls achtest du schon vor und während der Aufnahme auf optimalen Klang und Verhinderung von Störgeräuschen. Höre dir deine produzierten Episoden regelmäßig an und prüfe, ob dir noch etwas auffällt, das deine Zuhörer stören könnte oder frage einmal KollegInnen um Feedback. Dein Workflow sollte sich natürlich so effizient und zeitsparend wie möglich gestalten, damit du Freude am Podcasting behältst. Sollte dir die Podcast Nachbearbeitung zu viel Zeit rauben oder hast du keine Lust auf die Technik, dann kannst du diese Tätigkeit auch einer virtuellen Assistenz abgeben. 

 

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Ich bin Beatrix

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